Zürich: Standing Ovations für die Protagonistin

"Event Gratis, Platzgarantie mit Anmeldung“ lautete die charmante Ansage von der Schweizer Energiestiftung (SES), die gemeinsam mit der Züricher Frauenrechtsgruppe von Amnesty international zum Film-Event mit Maureen Kearney und Eva Stegen eingeladen hatte. Die Organisator:innen staunten nicht schlecht, als sich der Saal füllte und erklärten unisono: „Das sind ganz andere Leute, als wir sie sonst in unseren Veranstaltungen sehen.“

Foto: © SES

Rund 100 Menschen folgten der Einladung, sahen den Polit-Thriller „die Gewerkschafterin“, und begrüßten die Protagonistin mit Standing Ovations. „Mir sind in dem Moment schier die Tränen in die Augen geschossen,“ berichtete Eva Stegen, deren Rolle es war, Fragen zu atompolitischen Hintergründen zu beantworten und die Relevanz der Machenschaften in der Atomindustrie in den Kontext der aktuellen AKW-Debatten in den Nachbarstaaten einzuordnen.

Viele Fragen aus dem Publikum

Die Ex-Gewerkschafterin Maureen Kearney beantwortete interessante Fragen aus dem Publikum und von der souveränen Moderatorin Stephanie Eger (SES) so kompetent, dass überdeutlich wurde, wie falsch ihre Widersacher lagen, die Kearny als „kleine Englischlehrerin“ abqualifizieren wollten, die von Atom-Geschäften nichts verstehe. Auch Übersetzerin Stegen, die die Recherchen der Investigativ-Journalistin und Buch-Autorin Carolin Michel-Aguirre rauf und runter gelesen hatte, staunte nicht schlecht, was noch so alles ans Licht kommt, wenn die Gewerkschafterin pikante Details aus ihrem großen Fundus an Insiderwissen auspackt. Über die Journalistin, die mit ihrem Tatsachenroman die Vorlage zum Film lieferte, sagt Kearney: “Sie leistete im Alleingang die Arbeit von sechs Ermittlern.“

Die Schweizer Wochenzeitung WOZ nahm die Gelegenheit wahr, in Zürich ein Interview mit Maureen  Kearney zu führen, die "wenig Zweifel daran hat, dass der Angriff mit ihrem Einsatz gegen die Chinaverträge zusammenhängt. Das A könne für Areva stehen, denkt sie […].
Doch die Ermittler:innen verfolgen schon bald eine andere Spur: Sie
verdächtigen Kearney, den Angriff selbst inszeniert zu haben. […] Manche dieser
Punkte werden sich später als Ermittlungsfehler herausstellen. Andere stammen
aus dem Repertoire jener misogynen Argumente, mit denen Opfer sexualisierter
Gewalt bis heute häufig konfrontiert werden: der Versuch, aufgrund ihrer
Kleidung ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben. Oder die Frage, warum sie sich
nicht gewehrt hätten. Dabei reagieren Studien zufolge rund siebzig Prozent
der Frauen auf sexuelle Gewalt mit sogenanntem Freezing."

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen