Konstanz - Ein starker Streifen im Zebra-Kino

Der Gesprächsbedarf nach der Filmvorführung war immens. Aber zunächst herrschte Sprachlosigkeit. Und Fassungslosigkeit über das, was man der Gewerkschafterin angetan hat. Davon war zunächst auch der engagierte IPPNW-Arzt, Dr. Thomas Weber, erfasst.

Publikumsgespräch mit einem zugewandten Moderator. V.l.n.r.  Dr. Thomas Weber, Dr. Eva Stegen. Ins Zebra-Kino hatten KLAR! e.V. und IPPNW eingeladen. Bildmontage E. Stegen

Aber dennoch gelang es ihm, diesen Widerspruch aufzulösen und die
Menschen einzuladen, ihre Fragen und Kommentare zu äußern. Hilfreich war, dass es auch Raum für scheinbar Banales gab: „Ist das alles wirklich so passiert?“ „Gab es diese junge Polizistin, die der Gewerkschafterin den entscheidenden Hinweis zuspielte, tatsächlich ?“ „Was waren dramaturgische Kniffe, um die unglaubliche Geschichte der Gewerkschafterin zu erzählen?“ Bei der Beantwortung solcher Fragen konnte Eva Stegen aus dem Vollen schöpfen, nicht nur weil sie beim Übersetzen der Buchvorlage sehr tief in das Thema eingestiegen ist. Sie hat mittlerweile auch viele Veranstaltungen mit der Protagonistin, Maureen Kearney, bestritten, aber auch mit der Investigativ-Journalistin Caroline Michel-Aguirre, die die Ungereimtheiten dieses veritablen Staatsskandals aufgedeckt hat. So erfuhr sie auch spannende Details, die z.T. erst nach den Dreharbeiten zum Film auftauchten.

Bald kamen Fragen zu problematischen Nachbarn auf: Die Bodensee-Region liegt in einer wettertechnisch höchst ungünstigen Lage zu den Schweizer Altmeilern. "Warum erfährt man so wenig über Presse darüber?" In ihrer Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Trinationalen Atomschutzverbands TRAS konnte Stegen sowohl von der Studie „Grenzenloses Risiko: Gefährdung (Süd-)Deutschlands durch schwere Unfälle in Schweizer Atomkraftwerken“ berichten, Fragen zu technischen Problemen der Altmeiler beantworten und zu den treibenden Kräften hinter dem Versuch, das eidgenössische AKW-Neubauverbot zu kippen.

Die Fragen verschiedener Bodensee-Anrainer, ob jemand vom TRAS mal in ihrer Gemeinden kommen könnte, um die Studie vorzustellen, bejahte Stegen vehement und versprach, Kontakt-Brücken zu bauen: "Der TRAS ist - was die politische Farbenlehre betrifft - sehr bunt aufgestellt. Das ist bei der Suche nach offenen Ohren manchmal sehr hilfreich."

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