Gute Stimmung, faszinierende Location und ein interessiertes Publikum, das sich zur Sonntags-Matinee mit Filmvorführung und Gespräch in der Kulturzeche Altstaden in *Oberhausen einfand. Diese eine faszinierende Frage, ...
Screenshot „die Gewerkschafterin“: In dieser Szene erklärt Maureens Anwalt, dass es neue Erkenntnisse gäbe, nämlich einen zweiten Fall mit frappierenden Ähnlichkeiten in Tathergang und mangelhaften Ermittlungen. „Niemand hat das recherchiert. Übrigens auch die Presse nicht.“ antwortet der Film-Anwalt (1.v.l.) auf die Frage der Journalistin (Caroline Michel-Aguirre, 2.v.l.)
die zunächst in großer Runde und später nochmals im kleinen Kreis diskutiert wurde, konnte an diesem Vormittag nicht endgültig geklärt werden. Worum geht`s? Die Autorin der Buchvorlage zum Film „Die Gewerkschafterin“ hat hervorragend recherchiert. „Caroline Michel-Aguirre leistete im Alleingang die Arbeit von sechs Ermittlern.“, bestätigt Maureen Kearney, die Protagonistin des Tatsachen-Romans. In dem Film, der sich über weite Strecken sehr strickt an die Buchvorlage hält und nur mit wenigen dramaturgischen Kniffen davon abweicht, wird aber genau diese bahnbrechende Investigativ-Arbeit von Caroline-Michel-Aguirre gar nicht gewürdigt. Ohne sie wären entscheidende Ungereimtheiten, Schlampereien und eklatante Fehler bei den Ermittlungen überhaupt nicht ans Licht der Öffentlichkeit gekommen.
Abweichend von der Buchvorlage findet im Film eine junge Polizistin (die es nicht gab) diesen zweiten Fall, bei dem eine Frau detailgenau auf dieselbe perfide Weise gequält, beschämt und mundtot gemacht wurde, wie die Gewerkschafterin; Ebenfalls, um skandalöse Machenschaften geheim zu halten. Im Buch jedoch kann man die wirklich rührende Geschichte nachlesen, wie die Journalistin sich auf den Weg macht, um das zweite Opfer zu finden, mit ihr zu sprechen und Ungeheuerliches zu erfahren. Caroline-Michele-Aguirre ist ganz kurz im Film zu sehen, in der Rolle „einer Journalistin“.
Diejenigen unter den Gästen, die sich ihr signiertes Buchexemplar mitnahmen, können nun die beeindruckende Passage lesen, wie Caroline Michel-Aguirre diesen zweiten Fall aufspürte und wie sie infolge dieser Begegnung den Entschluss fasste, die Geschichte der Gewerkschafterin Maureen Kearney aufzuschreiben.
*Oberhausen ist seit 40 Jahren Partnerstadt der ukrainischen Atomstadt Saporischschja, wo die Bedrohung von AKW durch Angriffe im Krieg deutlich wird.