Selbst Menschen, die wegen eines anderen Films ins Central-Kino gekommen waren, blieben interessiert am Info- und Bücher-Tisch stehen, um etwas über die berührende Geschichte der Gewerkschafterin Maureen Kearney zu erfahren und Lesestoff für daheim mitzunehmen (Bild 2).
Bild 1: Vor dem Kino: v.l.n.r.: Eva Stegen, Margit, Jutta Gaukler, Angela Gessler - Foto: Eine freundliche Passantin
Im Kinosaal zeigten sich die Besucher:innen erschüttert über die skrupellosen Machenschaften in der französischen Atom-Industrie und beeindruckt von der starken Frau, die die brisanten Vertuschungspläne durchkreuzte. Der Plan der Männer, welche Maureen durch sexualisierte Gewalt so traumatisieren und beschämen wollten, dass sie nicht darüber sprechen würde, ging nicht auf. Sowohl der niederträchtige Überfall, als auch der Atom-Staatsskandal, kamen an die Öffentlichkeit. Beides zieht mit jedem einzelnen Film-Event, mit jeder Lesung, weitere Kreise.
In der Diskussion ging es recht bald auch um den trinationalen Atomschutzverband TRAS, um die aktuellen Debatten um die Gefährdung Rottweils, das in ungünstiger Windrichtung zu den Schweizer Altmeilern liegt. Alle vier Reaktoren befinden sich mittlerweile im Überzeitbetrieb.
Eine ganz starke Botschaft ging von den aktiven Frauen der „Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung“ in Rottweil aus, die dafür gesorgt hatten, dass in der städtischen Bibliothek ein Exemplar des Buches „Die Gewerkschafterin – im Räderwerk der Atommafia“ für alle Interessierten bereitsteht (Bild 3). Der Besprechungsdienst der Bibliotheken schreibt: „Dieser Tatsachenroman wirft ein Licht auf die Verflechtung von Wirtschaft und Politik und das innewohnende kriminelle Potenzial.“ Er lobt die hilfreichen Glossare der handelnden Personen und der Abkürzungen und Institutionen und resümiert: “Ein wertvoller Beitrag zu Diskussionen über den aktuellen Zustand unserer Gesellschaft“.